Van
Van

In einer der ersten Szenen verschwindet ein Vogel mit großen, weißen Schwingen in der Ferne. Dann ein Filmschnitt und ein junger Krieger stürzt aus den Wolken hinab.

(Um diese Szene zu verstehen, muss man entweder bis zur ungefähr 45sten Minute des Films warten, oder man muss die TV-Serie gesehen haben. Denn der Escaflowne-Kenner weiß natürlich, dass sich Van Flügel wachsen lassen kann. Das erste Bild zeigt deshalb keinen Vogel, sondern Van mit Flügeln. Das erklärt dann auch, woher der junge Krieger kommt: er hat sich selbst in diese Höhe getragen.)

Van

Die erste Nahaufnahme von Van. - Dieser psychotisch-manisch blickende Typ soll Van sein? Unser jugendlicher Held?

Und es kommt noch besser: in den nächsten Szenen und innerhalb von 2 (zwei) Filmminuten schlachtet (wörtlich gemeint) Van die Besatzung eines Luftschiffs ab.

Van (kurz bevor er den gegnerischen General köpft): "I'll slay all my enemies!"

Sinngemäßes Zitat von einer Fan-Seite: "Die Todesrate in den ersten vier Minuten dieses Movies ist höher als bei jeder Shakespeare-Tragödie."

Hitomi
Hitomi

Während Van seiner Freizeitbeschäftigung nachgeht, liegt Hitomi mitten in der prallen Sonne, auf dem Dach des Schulgebäudes. Ihre Schuhe hat sie ausgezogen und unter dem Absatz des einen klemmt ein Brief. Der Brief ist adressiert an ihre beste Freudin Yukari. Es ist der Abschiedsbrief einer Selbstmörderin.

(Hitomi liegt nicht nur apathisch in der Sonne - ihr größter Wunsch ist es, wie wir ein paar Minuten später erfahren, sich einfach in Nichts aufzulösen. Was Hitomi tatsächlich dort auf dem Dach macht, ist ein verrückter Selbstmordversuch.)

Yukari und Hitomi

Yukari: "Du bist frustriert! Geh und such dir einen Freund!"

Hitomi: "Was?"

(Letztendlich ist es genau das, was passiert und was Hitomi aus ihrer Depression heraushilft: Sie sucht sich einen Freund. Allerdings, hätte Hitomi auf den Rat ihrer Freundin gehört, dann wäre uns das Movie entgangen.)

Hitomi und Yukari
Hitomi
Yukari und Hitomi

Auf der Heimfahrt hält der Zug auf offener Strecke. Eine Durchsage erklärt den Stopp mit "einem Vorfall auf dem Bahnhof" (sprich: ein Selbstmörder hat sich auf die Schienen geworfen). Yukari zeigt Betroffenheit. Hitomis desinteressierte, genervte Reaktion: "Wir können nichts daran ändern."

(Eine Zeitlang stand auf dem Tokyoter Bahnhof ein Schild, auf dem darum gebeten wurde, sich bitte nicht während der Hauptverkehrszeit vor die Züge zu werfen.)

Yukari und Hitomi
Hitomi und Yukari
Yukari und Hitomi

Auf dem Sportplatz ... Yukari fragt Hitomi, weshalb sie sich in letzter Zeit so seltsam benimmt. Hitomi reagiert abweisend: "Das geht dich nichts an. Lass mich in Ruhe."

Yukari schützt eine vergessene Verabredung vor und lässt Hitomi allein.

Hitomi macht sich selbst Vorwürfe. - Sie hasst Menschen, die ihre besten Freunde verletzen.

Sie richtet ihre Augen auf den Himmel und macht ihren Emotionen Luft mit der verzweifelten Auforderung: "Hilf mir!"

Hitomi und Folken
Folken

Das ist Folkens Stichwort. Er erscheint auf dem Platz. Er eröffnet der verwirrten Hitomi, dass sie die Wing Goddess sei. Er fordert sie auf, ihm nach Gaia zu folgen. Dort wird ihr Wunsch, sich in Nichts aufzulösen, in Erfüllung gehen.

("Wing Goddess" ist die englische Übersetzung von "Tsubasa no Kami". Diese Übersetzung impliziert, dass Hitomi die Personifizierung der Wing Goddess ist. Was falsch ist, denn "Kami" ist ein Begriff aus dem Schintoismus und steht auch für etwas, dem irgendeine göttliche Eigenschaft innewohnt. D.h. Hitomi ist nicht die Wing Goddess, sondern ihr wohnt "nur" die Eigenschaft einer solchen inne. Welcher Art diese Eigenschaft ist, wird im Film nicht beantwortet. - Es sei denn, hinter dem Bild der Flügel verbirgt sich ein Symbolismus, der sich mir als Nicht-Japaner mangels Wissen nicht erschließt.)

Hitomi
Hitomi
Hitomi

Gar seltsame Dinge geschehen. Der Himmel verdunkelt sich. Ein Planet erscheint.

Hitomi: "Is this a dream? Or a vision? No - this must be real! My wishes come true."

Wasser, aus dem Nichts kommend, überflutet den Sportplatz und das Mädchen.

(Hitomi selbst identifiziert den so unverhofft am Himmel auftauchenden Planeten verblüfft als "Erde". Direktor Kazuki Akane hat das in einem Interview bestätigt. Nach seiner Intention handelt es sich um eine "zukünftige" Erde. - So wird aus einer astreinen Fantasy-Welt nur eine von unzähligen postapokalyptischen SF-Welten.)