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Kurzrezensionen

Ah! My Goddess
Angel Sanctuary
Arjuna
Big Wars
Da Capo
Die letzten Glühwürmchen
Elfen Lied
Futari wa Pretty Cure
Geneshaft
Grenadier: The Smiling Senshi
Gunslinger Girl
Koi Kaze
Love Hina
Macross
Mononoke Hime
Monster
Neon Genesis Evangelion
Onegai Teacher
Onegai Twins
Peach Girl
Ranma 1/2
Robotech
Tsukuyomi Moon Phase
Uta Kata
Vision of Escaflowne

Ah! My Goddess
aka:
en: Oh My Goddess!
jp: Aa! Megami-sama
Genre: Romantic Comedy
Medium:
1993: OVA mit 5 Episoden
2000: Spielfilm
2005: TV-Serie
Anmerkung:
Die OVA Ah! My Goddess ist eine Romantic-Comedy-Klassiker mit einer umfangreichen Fan-Gemeinde. Zum Ende hin drücken die OVA und der Spielfilm arg auf die Tränendrüse.
 
Angel Sanctuary
aka:
jp: Tenshi Kinryouku
Genre: Fantasy, Mysterie, Romantik
Medium:
2000: OVA mit 3 Episoden
Anmerkung:
Abgedrehte Geschichte um Engel, die gegen Gott revoltiert haben. Die Anführerin der Engel wird als Mann Setsuna auf der Erde wiedergeboren; und der Mann Setsuna verliebt sich in seine Schwester Sara. Er weigert sich, wieder zum Engel zu werden und den Kampf fortzuführen. Der Anime gibt nur die ersten Bände des Mangas wieder. Er endet mit Saras und Setsunas Tod: Sie stellt sich bei einem Kampf schützend vor ihn, und er lässt sich töten, um der Seele Saras zu folgen und sie in die Welt der Lebenden zurückzuholen.
 
Arjuna
aka:
jp: Chikyuu Shojo Arjuna
en: Earth Maiden Arjuna
Genre: Mix aus Magical Girl, Romantik, Endzeit-SF, ökologischer Gesellschaftskritik und esoterischem Gedankengut
Medium:
2001: TV-Serie mit 12 Episoden plus 1 OVA-Episode
Anmerkung:
In den Episoden werden der Reihe nach und mit explizit erhobenem moralischen Zeigefinger diverse Gefahren und Probleme der modernen Zivilisation aufgeführt: durchgehende Atomkraftwerke, Gen-veränderte Lebensmittel, Gen-veränderte Bakterien, Müllberge, entmenschlichtes Verhalten usw. Den Problemen werden eine unkritische Zurück-zur-Natur-Haltung und esoterisches Gedankengut als "richtig" gegenübergestellt. Gen-veränderte, Erdölprodukte zersetzende Bakterien sorgen schließlich in Folge 12 für eine Katastrophe, die Japan ins Chaos stürzt und in die Steinzeit zurückversetzt. Die Auflösung in Folge 13 wirkt aufgesetzt und abrupt, was die Vermutung zulässt, dass die Serie vorzeitig beendet wurde.
 
Big Wars
aka:
jp: Daisenki
Genre: SF
Medium:
1993: Spielfilm
 
Da Capo
Genre: Romantic Comedy, Fantasy
Medium:
2003: TV-Serie mit 26 Episoden
Anmerkung:
Nemu und Junichi sind Adoptivgeschwister. Sie leben in einer magisch angehauchten Welt, in der die Kirschbäume immerwährend blühen und selbst das Auftauchen eines Catgirls als Normal angesehen wird. Die Serie beginnt als klassische Romantic Comedy "Alle Mädchen verlieben sich in den Jungen mit dem guten Herz" und schwenkt dann um zu einer tragischen Liebesgeschichte zwischen den Geschwistern. Die Serie ist inhaltlich bemerkenswert gut und konsequent durchdacht: Die magischen Vorkommnisse, die Comedy und die Tragik haben letzten Endes dieselbe (magische) Ursache.
 
Die letzten Glühwürmchen
aka:
jp: Hotaru no Haka
en: Grave of the Fireflies
Genre: Historische Tragödie
Medium:
1988: Spielfilm
Anmerkung:
Der Film schildert das Schicksal zweier Geschwister in Japan nach dem 2. Weltkrieg. Er tut das auf äußerst eindringlicher, emotional berührender Art. Oder anders gesagt: Wer bei diesem Film ohne Taschentücher auskommt, der ist kein Mensch.
 
Elfen Lied
Genre: Ungewöhnlicher Mix aus Action, Romantik, SF und Splatter
Medium:
2004: TV-Serie mit 13 Episoden
Anmerkung:
Der Reiz der Serie besteht hauptsächlich darin, dass sie mehrfach den Erwartungsklischees widerspricht, die man als Anime-Seher hat. Da ist z. B. die klassische Romantic-Comedy-Konstellation "Junger Mann lebt zusammen mit mehreren Mädchen in einem Haus" in Verbindung mit dem Umstand, dass eins der Mädchen eine brutale Mörderin ist. (Das war kein Spoiler, da die Identität von Anfang an klar ist.) Da wird in der ersten Episode ein Charakter eingeführt, ein Sympathieträger - und er wird fünf Minuten später hingemetzelt.

Leider hält die Serie ihr Potential nicht. Zum Ende hin ergeht sie sich in zu vielen und zu langen Rückblenden, was eine gewisse Langeweile aufkommen lässt.
 
Futari wa Pretty Cure
aka:
Pretty Cure
Genre: Magical Girl
Medium:
2004: TV-Serie mit 49 Episoden
Anmerkung: Eine Magical-Girl-Serie, in der die Beziehung der beiden weiblichen Haupt-Charas auf kawaii und latenter Homosexualität getrimmt wurde. Das Konzept ging auf und die Serie läuft sehr erfolgreich im japanischen Fernsehen. Siehe auch hier
 
Geneshaft
Genre: Science Fiction, Mecha
Medium:
2001: TV-Serie, 13 Episoden
Inhalt: Die die Aktion tragende Geschichte um riesige, im All schwebende Ringe, einer Urrasse von Giganten und dem geheimnisvollen "Oberus" ist etwas schwach. Das Ende ist nicht sehr logisch. Interessanter ist die Hintergrundgeschichte um eine zukünftige Menschheit, in der die Fähigkeiten und das Schicksal des Einzelnen einschließlich seines Todes bereits vor der Geburt bestimmt und ggf. genetisch programmiert werden. (Geneshaft = frei übersetzt: Genantrieb.)
Bewertung:
Abgesehen vom Ende: Gute, ansprechende Unterhaltung.
 
Grenadier: The Smiling Senshi 
aka:
jp: Hohoemi no Senshi
Genre: Mix aus Action, Comedy, Fantasy, Samurai und Western
Medium:
2004: TV-Serie mit 12 Episoden
Bewertung: Nette Nebenbeiunterhaltung ohne jeden tiefer gehenden Anspruch. Siehe auch hier
 
Gunslinger Girl
Genre: Action mit SF-Anleihen
Medium:
2003: TV-Serie mit 13 Episoden
Anmerkung:
Beim ersten Sehen ist Gunslinger Girl eine Action-Serie mit sehr jungen Anime-Mädels mit Waffen. Erst beim zweiten Sehen und mit dem Wissen um das Ende entpuppt die Serie sich als Schilderung von menschlichen Tragödien. (Über die Kombination junge Mädchen mit Waffen kann man natürlich trotzdem streiten.)
 
Koi Kaze
aka:
en: Love Wind
Genre: Romantik
Medium:
2004: TV-Serie mit 13 Episoden
Anmerkung: In Koi Kaze verliebt sich ein 28-jähriger Mann in ein 16-jähriges Mädchen. Es ist, wie sich herausstellt, seine Schwester, die er seit ihrer Kindheit nicht mehr gesehen hat. In der vorletzten Episode kommt es schließlich zum Vollzug des Inzests.

Koi Kaze ist kein Hentai. Die meisten Episoden drehen sich darum, wie der Bruder mit seinen Gefühlen umgeht. Die Serie enthält weder Knutscherei noch expliziten Sex noch Fan Service und auch keine Action; sie ist meiner Meinung nach insgesamt langweilig, das Ego-Psychogebabbel des Bruders geht schnell auf die Nerven und was das Mädchen an ihrem Bruder findet, bleibt mir ein Rätsel.
 
Love Hina
Genre: Romantic Comedy
Medium:
2000: TV-Serie mit 25 Episoden
2000: Love Hina Christmas Special
2001: Love Hina Spring Special
2002: Love Hina Again, OVA mit 3 Episoden
Anmerkung:
Trotz des Standard-Plots "junger Mann landet in Mädchenwohnheim" und einiger Schwächen eine insgesamt angenehm unterhaltende Romantic-Comedy-Serie (mit Happy End in der OVA).
 
Macross
aka:
Super Dimensional Fortress Macross
Genre: SF mit starkem Romantik-Einfluss
Medium:
1982: Super Dimensional Fortress Macross, TV-Serie mit 36 Episoden
1984: Macross the Movie: Do You Remember Love?, Spielfilm
1992: Macross II: Lovers Again, OVA mit 6 Episoden
1993: Macross Plus, OVA mit 4 Episoden
1994: Macross 7, TV-Serie mit 49 Episoden (plus diverse OVAs und Filme)
2002: Macross Zero, OVA mit 5 Episoden
Anmerkung:
Die TV-Serie Super Dimensional Fortress Macross, der auf der Serie beruhende Spielfilm Macross the Movie: Do You Remember Love? und die OVA Macross Plus gelten als SF-Anime-Klassiker.
  
Mononoke Hime
aka:
de: Prinzessin Mononoke
en: Princess Mononoke
Genre: historische Fantasy
Medium:
1997: Spielfilm
Anmerkung: Mononoke Hime war bis 2002 der erfolgreichste Anime-Kinofilm aller Zeiten. In Japan.

Die (zynische) Legende lautet: Disney hat die weltweiten Vertriebsrechte an Mononoke Hime aufgekauft, um den Film danach in der Schublade verstauben zu lassen. Denn die Anime stehen in Konkurrenz zu Disney, und das Letzte, was im wirtschaftlichen Interesse von Disney liegen kann, ist es, die Konkurrenz zu fördern.

Eine weniger zynische Erklärung: Wegen einiger blutiger/gewaltätiger Szenen machte sich Disney Sorgen um die Familientauglichkeit des Films, damit verbunden und wohl zurecht um den kommerziellen Erfolg und um das Firmen-Image als Heile-Welt-Zeichentrickfilm-Gesellschaft. Disney legte deshalb den Machern des Anime die Änderung der betroffenen Szenen nahe. Was jene mit Hinweis auf den geschlossenen Vertrag, der sie nicht dazu verpflichtete, ablehnten. (Das Studio soll auf diese Klausel bestanden haben, nachdem der Anime-Spielfilm Nausicaa of the Valley of the Wind nur verstümmelt im Westen vertrieben wurde.)

Mononoke Hime kam dann 2001/2002 doch noch in die deutschen Kinos. Der Film wurde kaum bis gar nicht beworben und lief quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit nur in den kleineren Spielräumen vor einem Fan-Publikum.
 
Monster
Genre: Action, Mysterie
Medium:
2004: TV-Serie mit bisher 43 Episoden (März 2005)
Anmerkung: Das Besondere an dieser Serie ist, dass sie bis zur Episode 40 in Deutschland spielt. Abgesehen davon, dass die Hauptperson ein japanischer Arzt ist, der überraschend unauffällig durch die Städte und Ländereien spaziert, und abgesehen davon, dass die deutschen Charas fast alle mit einer Knubbelnase gezeichnet sind, demonstriert die Serie beispielhaft meine Auslassungen zum Thema Realismus in Anime.

Nebenbei ist die Serie auch noch spannend.
 
Neon Genesis Evangelion
aka:
NGE
jp: Shin Seiki Evangelion
Genre: SF, Mysterie
Medium:
1995: TV-Serie, 26 Episoden
1997: Spielfilm "Death & Rebirth"
1997: Spielfilm "The End of Evangelion"
Anmerkung:
NGE ist wohl die bekannteste und nach Meinung vieler die beste SF-Anime-Serie überhaupt.

Die ersten 12 Episoden zeigen klassische und spannende SF-Mecha-Action, durchsetzt mit sehr viel Humor bis hin zur Parodie des Genres. Ab der Episode 13 macht die Serie eine 180-Grad-Wendung und wird "erwachsener". Der Humor verschwindet und wird durch Mysterie, Verschwörungen, Verrat, Horror, Gewalt, Blut und auch Sex ersetzt, und der Zuschauer durch religiöse und philosophische Andeutungen zusätzlich verwirrt. Alle Hauptpersonen werden demontiert. Keine von ihnen ist "normal". Alle haben entweder ein dunkles Geheimnis oder ein Trauma oder beides. Die Episoden 18 bis 20 sind in meinen Augen der absolute Spannungshöhepunkt der Serie und ein Höhepunkt des Anime-Genre insgesamt. Die Handlung, oder besser: Der bis dahin scheinbare Haupthandlungsstrang ist mit dem Sieg über den "Feind" (den "Engeln") in der Episode 24 abgeschlossen.

Die Episoden 25 und 26 bestehen, auf ihren Kern gebracht, aus Psycho-Gebabbel.

Wer auf SF-Action steht, sollte deshalb um die letzten beiden Episoden der TV-Serie einen Bogen machen und sich stattdessen gleich das alternative Ende im Spielfilm End of Evangelion ansehen: Action, Tote und Unverständliches in Massen, und dazu eine Eröffnungssequenz, die man selbst sehen muss, weil man die Berichte dazu ins Reich der Legenden verweist.

Wer jedoch mit Psycho-Gebabbel leben kann, dem bieten die Episoden 25 und 26 das vielleicht ungewöhnlichste und verblüffendste Serienende der Anime-Geschichte. Ich empfehle, nach der Episode 24 einen langen Spaziergang zu machen, den eigenen Geist zu klären, auf Nichts und Alles vorbereitet zu sein - und dann die Episode 25 in den Abspieler zu legen.
 
Onegai Teacher
aka:
en: Please Teacher
Genre: Romantic Comedy
Medium:
2003: TV-Serie mit 12 Episoden plus 1 OVA-Episode
Anmerkung:
Romantic-Comedy-Serie, die auf eine sehr konstruierte Grundidee zurückgreift, um eine Liebesgeschichte zwischen einem 15-jährigen Jungen und seiner Lehrerin (Anfang 20) zu ermöglichen. Zum Ende drückt die Serie arg auf die Tränendrüse, - nicht nur deshalb hin und wieder etwas nervend und außerdem und sowieso insgesamt nicht so schön wie der Abkömmling Onegai Twins.
 
Onegai Twins
aka:
en: Please Twins
Genre: Romantic Comedy
Medium:
2003: TV-Serie mit 12 Episoden plus 1 OVA-Episode
Anmerkung:
Sehr schöne Romantic-Comedy-Serie (mit einem Happy End, das einerseits zwar nachvollziehbar und naheliegend, aber dennoch irgendwie verblüffend ist).
 
Peach Girl
Genre: Romantic Comedy
Medium:
2005: TV-Serie
Anmerkung:
Sie kriegen sich. Sie kriegen sich nicht. Sie kriegen sich ... Siehe auch hier.
 
Ranma 1/2
Genre: Romantic Comedy
Medium:
1989: TV-Endlosserie; nach 100 und irgendwas Episoden ohne Handlungsabschluss eingestellt. Danach wurden noch mehrere Episoden als OVA und zwei Spielfilme veröffentlicht, die ebenfalls keinen Handlungsabschluss der Serie beinhalten.
Anmerkung:
Slapstick, massenhaft Running Gags, absurde Situationen und Ereignisse, erotische/sexuelle Anspielungen und immer wieder Mal wird einer der großbrüstigen weiblichen Charas nackt gezeigt. Eine Gemeinsamkeit aller Episoden ist, dass das Problem und/oder die Lösung (fast) immer durch absurde Kampfsporttechniken (z. B. Cat-Fu, rhythmische Kampfgymnastik) herbeigeführt wird. Für die Romantik sind Akane und Ranma zuständig: Von ihren Vätern zwangsverlobt, weigern sie sich, einzugestehen, dass sie sich tatsächlich ineinander verliebt haben, und benehmen sich stattdessen wie Katze und Hund.
 
Robotech
Genre: SF, Romantik
Medium:
1985: US-TV-Serie mit 85 Episoden
Anmerkung: Die Serie wurde aus drei verschiedenen Anime-Serien zusammengeschustert. Zum Beispiel basieren die ersten 36 Episoden auf Super Dimensional Fortress Macross.
 
Tsukuyomi
aka:
en: Moon Phase
Genre: Comedy, Fantasy, Romantik 
Medium:
2004: TV-Serie
Anmerkung:
Nette Unterhaltung ohne jeden tiefer gehenden Anspruch. Der weibliche Haupt-Chara Hazuki ist ganz unverschämt auf kawaii getrimmt. Siehe auch hier
 
Uta Kata
Genre: Fantasy, Mysterie
Medium:
2004: TV-Serie mit 12 Episoden
Anmerkung:
Ichika, ein junges Mädchen, bekommt einen Armreif geschenkt. Es ist ein magisches Schmuckstück, das ihr die Möglichkeit gibt, die Welt und die Menschen aus der Sicht der Naturgeister (pro Episode einem anderen) zu betrachten. Aber: Mit jeder Verwandlung rückt sie mehr und mehr von den Menschen ab. Am Ende wird Ichika vor die Entscheidung Leben oder Tod gestellt. - Die Serie ist gut gemacht, und die Grundidee nett. Die Auflösung ist leider eher schwach.
 
Vision of Escaflowne
aka:
VoE
jp: Tenkuu no Escaflowne
Genre: Fantasy, Romantik
Medium:
1996: TV-Serie mit 26 Episoden
Anmerkung: VoE ist wohl die bekannteste und nach Meinung vieler - vor allem weiblicher Fans - die beste Fantasy-Anime-Serie überhaupt. Gewöhnungsbedürftig und Streitpunkt ist das Chara-Design: übertriebene Lichtkränze in den Haaren und äußerst spitze Nasen.
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